Allgemein

Pflanzkübel und Pflanzgefäße auf der IGA Berlin

PFlanzkübel auf der IGA Berlin 2017

Die Internationale Gartenausstellung in Berlin ist DER Gartenevent im Jahr 2017. Unter dem Motto „Ein MEHR aus Farben“ präsentiert die IGA auf 104 Hektar Fläche zeitgemäße Gartenkunst und Landschaftsgestaltung, Naturerlebnisse, grüne Stadträume und Lebenskultur in unterschiedlichster Dimension und Gestalt. So verspricht es der Intro-Text zur Gartenausstellung – und gestern war ich da!

Es ist schier unmöglich, bei einem einzigen Besuch alle Highlights der IGA zu besichtigen. Ich hab‘ mir vor allem die internationalen Themengärten und Gartenkabinette angesehen, sowie die interessanten „Gartensituationen“, die auf jeweils nur 100 m² Gestaltungsmöglichkeiten für Haus- und Privatgärten zeigen. Dabei war ich – wen wundert’s – besonders am Einsatz von Pflanzkübeln und Pflanzgefäßen interessiert. Schließlich sind diese aus unseren Gärten und Grünanlagen nicht mehr wegzudenken. Die gesichteten Fundstücke stelle ich jetzt hier vor. Los gehts:

Ein interessantes Arrangement aus Pflanzkübeln dominiert das Projekt „African Bouquet“ des südafrikanischen Büros GREENinc: geschwungene Metallgestelle in Form eines Schiffrumpfs. Hier eine der beiden Seiten:

African Bouquet

In der Projektbeschreibung heißt es dazu: „Gewalzte Kupfertöpfe wurden in einem metallenen Spalier aufgehängt. Sie repräsentieren Behältnisse mit kostbaren Geschenken aus Afrika. Es geht um Geben, Teilen und Grenzen überschreiten“.

African Bouquet

Die schicken Pflanzgefäße machen auch aus der Nähe richtig was her! Schade, dass sie keine richtigen Stellflächen haben und nicht zu kaufen sind!

Der Renaissancegarten „Giardino della Bobolina“ gehört zu den „Gärten der Welt“ und ist den berühmten Villengärten der Toscana nachempfunden. Geplant wurde er vom Berliner Landschaftsarchitekturbüro Levin Monsigny, dem der Garten- und Landschaftsarchitekt Luigi Latini aus Florenz als fachkundiger Berater zur Seite stand.

Renaissance-Garten

Die für diesen strengen Stil unverzichtbaren Pflanzkübel sind durchweg Terracotta-Imitationen aus Kunststoff, mal ganz schlicht in Topfform, mal klassisch verziert.

Im Succulenten-Dachgarten spielen große Pflanzkübel aus Faserbeton eine Hauptrolle:

Succulenten-Dachgarten

Trockene, windexponierte Hochlandflächen und Bergkuppen waren Vorbild für die gewählte Beflanzung. Pflanzen wie die mittelamerikanischen Yucca und Kakteen wirken zwar exotisch, doch sind sie alle windresistent und winterhart. Also durchaus geeignet für den heimischen Dachgarten.

Succulenten-Dachgarten

Erstaunlich, wie dünnwandig Faserbeton-Pflanzkübel hergestellt werden können!

Die nächste „Gartensituation“ ist ein Townhouse-Garten auf engstem Raum. Wir sehen hier den funktionalen Sitzbereich, der im nur 40 m² großen Garten nicht fehlen darf:

Townhouse-Garden

Das „gewickelte“ Design der Pflankübel – ich vermute ebenfalls Faserbeton – macht die Kübel zum echten Hingucker:

Pflanzkübel gebändertAllerdings scheinen sie leicht zu verfärben, wie man rechts im Bild sehen kann. Durchschlagende Feuchtigkeit? Wären sie aus Fiberglas, würde das nicht passieren! Auch diese Kübel sind für ihre Größe recht dünnwandig – sieht aber gut aus!

Das folgende Projekt beinhaltet zwar keine klassischen Pflanzkübel, doch ist die vertikal bepflanzte Wand im Aquaponic-Garten dennoch zeigenswert:

Aquaponic-Garten IGA 2017

Im mit einem Gitter bedeckten Becken schwimmen Goldfische, die das Wasser mit ihren Stoffwechselprodukten anreichern. Das wird dann hochgepumpt und sichert von oben nach unten in die schubladenartigen, hölzernen „Pflanzschubladen“, in denen Gemüse angebaut wird. Genial! Der Strom dafür kommt aus Solarzellen, die die Sauerstoffpumpe im Fischcontainer und die Wasserpumpe mit Energie versorgen.

Gartentisch

Ein hydroponisches Kräuterbeet im großen Holztisch bekommt ebenfalls noch gedüngtes Wasser ab. Es rückt den Schnittlauch ganz nah an alle, die hier einen Imbiss einnehmen. Weitere Kräuter wachsen in der Wand. Eine praktische und schöne Anlage!

Ein riesiger Pflanzcontainer aus Cortenstahl als Hochbeet ist Teil der Projekts „Kontraste machen Menschen“ der Gartenbauschule Peter-Lenné.

Cortenstahlcontainer

Cortenstahl findet im Garten- und Landschaftsbau immer mehr Anklang, was auch nicht wundert. Der „Edelrost“ entwickelt sich auf natürliche Weise im Lauf der Zeit, wird immer schöner und setzt interessante Akzente mitten ins lebendige Grün.

Im „Bienengarten“ dreht sich alles um die Bienen. Im Hintergrund ist ein bewohnter Bienenstock zu sehen, der von einer artenreichen Wiese umgeben ist.

Wabenförmige Pflanzcontainer

Die Wabenform ist das dominierende gestalterische Element dieses Projekts, dem auch die sechseckigen Pflanzcontainer aus Beton entsprechen. Das graue Element ist ein „Himmelsspiegel“, denn ds Wasser verteilt sich auf der Fläche und spiegelt den Himmel – natürlich ebenfalls secheckig!

Was man aus Paletten alles bauen kann, zeigt das Projekt „Move me“, das Gestaltungsmöglichkeiten für begrenzte Räume vorführt. Selbstverständlich gehören rollende Pflanzcontainer dazu:

Rollende Pflanzcontainer

Ich habe versucht, die Teile zu verschieben, und dabei festgestellt: dafür braucht es ziemlich starke Menschen!

IGA-eigene Pflanzkübel: ein bisschen eintönig…

Die bisher gezeigten Pflanzgefäße gehören alle zu den Gärten der lokalen und internationalen Gartengestalter, die den sehenswertesten Teil der IGA ausmachen. Das Gelände ist jedoch insgesamt viel größer, es gibt die Blumenhalle, den Skywalk, Seilbahn und Bob-Bahn, eine Grabkultur-Ausstellung, integrierte Kleingärten und noch viel viel mehr – man schafft gar nicht alles an einem Tag! Beim Herumwandern im weitläufigen Parkgelände, an Wegen und Beeten hielt ich Ausschau nach weiteren Pflanzkübeln. Und fand erstaunlich wenig! Hier ein typisches Beispiel für die IGA-Kübel 2017:

IGA-Pflanzkübel

Aus Fiberglas, vasenförmig, schlicht – dagegen ist nichts zu sagen. Nur dass sie halt fast die einzige Kübelform darstellen, die die IGA sich getraut hat. Auch sind sie recht gleichförmig bepflanzt:

IGA-Pflanzkübel

Da ich die große Auswahl verschiedenartiger Formen und Materialien kenne, die ein  aktueller Pflanzkübel-Shop zu bieten hat (siehe z.B. die Wahlmöglichkeiten für Pflanzkübel bei VIVANNO: Farbe,  Material, Einsatzbereich, div. Maße…), finde ich die IGA in diesem Punkt enttäuschend. Nirgends wurde etwa ein IGA-Beet mit Pflanzgefäßen aufgelockert, alles bleibt flach und ebenerdig. Keine besonderen Formen, keine interessanten Oberflächen, kein kreatives Zusammenhspiel zwischen Kübeln, Beeten, Sitzbereichen und Gebäuden. In Sachen Pflanzkübel-Kultur versagt die IGA, dabei spielen Pflanzgefäße in privaten und öffentlichen Gärten doch üblicherweise eine wichtige Rolle!

Wenn es dann tatsächlich zur Abwechslung mal eckige statt runde Kübel sind, ändert das leider nichts an meinem Fazit:

IGA-Kübel eckig

Lieblos aufgereiht, zu eng gestellt, zu niedrig bepflanzt – so stehen sie da wie bestellt und nicht abgeholt. Tja, so viel Schönes die IGA auch zu bieten hat, am Thema Pflanzkübel hatten die Planer offensichtlich kein Interesse. Schade eigentlich!

Highlight: Balinesische Pflanzkübel

Zum Schluss aber noch etwas richtig Schönes:  Vor dem Mövenpick-Restaurant am Balinesischen Garten entdeckte ich wunderschöne, mit floralen Reliefs verzierte Kübel, die dort als Portalvasen und in Reihe aufgestellt sind:

balinesische Pflanzkübel

Hier nochmal aus der Nähe:

Balinesische Pflanzkübel

Ob es sich um Steinguss oder echte Steinmetzarbeiten handelt, weiß ich nicht, Imitate aus Kunststoff sind es jedenfalls nicht.  Gäbe es diese Kübel ein wenig kleiner, würde ich mir gerne einen davon in den Garten stellen!

Ich hoffe, mein IGA-Rundgang auf der Suche nach interessanten Pflanzgefäßen hat gefallen. Wer mag, liest weiter über „Pflanzkübel-Kultur in Sizilien“ oder vertieft sich in die folgenden Infos zur IGA, die natürlich weit mehr bietet als ich hier zeigen kann:

***

IGA-Bild in der Titelcollage: IGA Berlin 2017

0 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.