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Auf Pflanzkübel-Suche in Sankt Peter-Ording

Gründach St.Peter-Ording

Eigentlich wollte ich von Pflanzkübeln gar nichts wissen: Die drei Tage Urlaub in Sankt Peter-Ording hat mir ein lieber Freund geschenkt, damit ich mal raus komme. Frische Nordseeluft, Deiche, ein Mega-Strand, endlose Salzwiesen und viele Schafe – das ist es, was man hier erwartet und auch in Hülle und Fülle bekommt, Leuchtturm inklusive.

Leuchtturm

Nun ist viel Landschaft ganz toll, ich wanderte stundenlang übers Watt, kam Schafen so nah wie noch nie, aber irgendwann geht es dann doch rein in den Ort. Zum Häuser,  Läden und Leute schauen, Einkaufen und Essen gehen.

Und es ist wie verhext: wenn man mal damit angefangen hat, überall nach Pflanzkübeln zu schauen, dann ist das wie eine Art Jagdtrieb, der auch im Urlaub nicht aussetzt!

Wie sieht es also damit aus im beliebten Nordseebad? Immerhin ist Sankt Peter-Ording eine reiche Gemeinde, sogar die Verkehrsinseln sind als prachtvolle Staudenbeete gestaltet. Touristen aus Hamburg, Berlin und aller Welt besuchen diesen Ort, eigentlich hätte ich gedacht, dass sich das Städtchen mit Pflanzkübeln an jeder Ecke schmückt.

Aber weit gefehlt! In keinem der fünf Ortsteile Böhl, Bad, Dorf (Süd), Ording oder Brösum sichtete ich öffentliche Pflanzcontainer – bis auf einen, der nun nicht gerade einen Schönheitspreis verdient hat:

Pflanzcontainer

Seltsam eigentlich, denn Platz genug wäre gewesen, übergenug!  Und Geld ist auch da, alle Touristen zahlen täglich Kurtaxe. Wenn ich zum Vergleich die Pflanzkübelkultur im armen Sizilien betrachte, ist Sankt Peter-Ording eine wahre Pflanzkübel-Wüste!

Private Retter der Pflanzkübel-Kultur

„Ex Oriente Lux“ – der erste Lichtblick kommt aus dem fernen Osten, nämlich aus einem ASIA-Restaurant:

PFlanzkübel vor Asiarestaurant

Ein schicker, wohlgeformter Pflanzkübel aus Fiberglas ziert den Eingang, sogar ansprechend abwechslungsreich bepflanzt. Die Farbe Grau ist absolut trendy, ebenso die quer geriffelte Oberfläche. Dass sich die Form aus einem quadratischen Grundriss bauchig nach oben öffnet, ergibt eine recht elegante Wirkung – gefällt mir!

Damit aber nicht genug. Das Restaurant zeigt auch, wie man mit geschickter Platzierung von Pflanzkübeln Unfälle verhindern kann:

Pflanzkübek verhindern Unfälle

Die drei Kübel zwischen den Sitzgruppen und dem ungeschützten Rand der Geländer-losen Terrasse verhindern, dass die Gäste da herum schlendern und mit einem falschen Schritt in die Tiefe stürzen. Gut gemacht!

Ganz hübsche Pflanzgefäße sichtete ich auch vor einem Bürobau:

Pflanzkuebel Anthrazit

Im Schatten zeigt meine DigiCam einen Blaustich, doch handelt es sich hier um Pflanzkübel im beliebten Anthrazit: ein „Fast-Schwarz“, das am Kübel links im Bild durch die besonders verwaschen-rustikale Oberfläche einen Used-Look bekommt. Manchmal sieht das dann halt aus, als hätte jemand mit dreckigen Schuhen oft genug dagegen getreten, oder ein Hund… aber lassen wir das!

Der breite Deko-Rand am oberen Ende klassisch geformter Blumentöpfe scheint auch ein Trend zu sein, der gerade beliebter wird – hier ein typisches Beispiel:

breitrandiger Blumentopf

Früher hatten die Blumentöpfe auch diesen Rand, nur eben deutlich schmaler. Mit breitem Rand wirkt der Topf insgesamt harmonischer und moderner. Nichts bleibt, wie es war – und manchmal ist das gut so!  Der Topf steht übrigens nicht in Sankt Peter-Ording, sondern im nahen Wesselburen, wo ich auf dem Weg zum Ziel mal kurz halt machte, um den schicken alten Ortskern zu besichtigen:

Wesselburen

Pflanzkübel aus Holz und Terrakotta

Klassische Materialien bei Pflanzkübeln finden sich in und um Sankt Peter-Ording noch häufiger als Fiberglas & Co.  Wobei die Verarbeitung durchaus vom Althergebrachten abweicht, wie dieser lang gestreckte Pflanzkübel aus Holz mit gerundeten Ecken zeigt:

Pflanzkübel aus Holz

Wieder ist es ein Restaurant, das sich um die Pflanzkübelkultur verdient macht, wenn auch der Erhaltungsgrad auf schlechte Pflege schließen lässt:

Pflanzkübel aus Holz als Balustrade

Hier grenzen die Kübel den Sitzbereich vom Rest der weitläufigen Terrasse ab. Hätten die Betreiber das Holz alle paar Jahre neu lasiert, sähe das sehr viel besser aus.

Immerhin ist der Terrakotta-Kübel, der die Reihe der Holzkübel abschließt, ein echtes Highlight:

Terrakotta-Kübel mit Zier-Mosaik

Das ist tatsächlich echtes Terrakotta, kein Kunststoff-Imitat, wie man es oft sieht. Sehr schön das integrierte Ziermosaik! So einen Kübel hätte ich auch gern, der würde gut in den Garten passen.

Einen besonders auffälligen Pflanzcontainer aus Holz sichtete ich vor dem Eingang des Campingparks Olsdorf:

Bonsai im Pflanzkübel

Auch dieser Kübel hätte mal einen Anstrich verdient, doch durch die spektakuläre Bepflanzung mit einer Bonsai-Kiefer guckt man da eher nicht so genau hin. Das Gebäude, an dessen Seite der Kübel steht, ist so schick, dass ich es hier gerne mal im Ganzen zeige. Auch wenn die Rosen davor ganz ohne Pflanzkübel auskommen:

Gelbes Verwaltungsgebäude am Campingplatz

Besonders das Gründach gefällt mir, das sich von der örtlich dominierenden Reetdach-Kultur deutlich abhebt. Ein Gründach hat auch das Holzhaus vom Titelbild, das zwar keine Pflanzkübel zeigt, dafür aber einen Zaun mit lauter Balkonkästen und allerlei witzige Deko:

Holzhaus mit Blumenkästen

Die Blumenästen sind aus Polyrattan in Bicolor-Braun. Sie passen gut zum Zaun aus Betonstelen im Naturstein-Look und vermitteln mit ihrer bunten Bepflanzung eine anheimelnde Atmosphäre.

Nicht besonders gemütlich wirkt dagegen die Fußgängerzone, das touristische Zentrum von Sankt Peter-Ording. Immerhin schmückt sich ein Klamottenladen mit einem blauen, hoch bepflanzten Keramikkübel, den ich der besseren Sichtbarkeit wegen im Bild ein wenig hervor gehoben habe:

Keramik Blumenkübel

Gar nicht mal unhübsch – oder?

Zwar konnte ich auf dieser Reise mein Faible für Pflanzkübel nicht vergessen, doch allermeist war ich fasziniert von der Landschaft, die mit ihrer schier endlosen Weite ungemein beruhigend wirkt. Zum Schluss deshalb ein Blick aufs Watt bei Ebbe:

Watt Sankt Peter-Ording

Für alle Städter, die sich vom Trubel oder von der Zerfaserung durch zuviel Medienkonsum erholen wollen, genau das Richtige!

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